Scriptis Verbis · Band 7 der Reihe

Lux antiqui mundi

Das Licht der alten Welt

Man nennt es ein Praktikum. Es ist eine Strafe. Der Skriptor William Allaway wird ans Ende der Welt geschickt — nach Portovica, einen bannerlosen Freihafen, in dem die Inquisition aus einem einzigen schiefen Haus besteht und aus Caralind, die darin Menschen aufnimmt, die sonst niemand will.

Zwischen vernarbten Fischern, einem Kartenspiel ums Täuschen und Briefen, die Wochen übers Meer brauchen, lernt William ein Handwerk, das in keinem Kodex steht: Menschen zu lesen, statt über sie zu urteilen. Dann hört er von der Ruine im Dschungel — von einem Stamm, der sie bewacht, und einem Verbot, das älter ist als jede Erinnerung.

Was William dort findet, steht in keinem Buch des Ordens: ein Tempel, den es nicht geben dürfte, eine Schrift, die niemand mehr liest, und ein Werk über die Nagendra, das alles infrage stellt, was man ihn gelehrt hat. Je tiefer er liest, desto leiser wird sein Verstand. Und irgendwo hinter den Bäumen wartet ein Licht, das älter ist als die Welt, die er kennt.

„Man nennt es ein Praktikum. Es ist eine Strafe.“
Portovica Ruine im Dschungel Verbotene Schrift Die Nagendra
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