Scriptis Verbis · Band 12 der Reihe
Scire ut vendas
Das vierte Lehrjahr · Die Ars Armorum
William Allaway kehrt aus seinem Praktikum am Hof von Kalandra an die Akademie der Inquisition zurück. Im vierten Lehrjahr muss er sich ausgerechnet in der Kunst bewähren, die ihm am wenigsten liegt: der Ars Armorum. Er soll eine fremde Waffenform beherrschen lernen, sie selbst schmieden und mit scharfer Klinge in den Zweikampf treten. Ein gutes Gedächtnis nimmt ihm keine dieser Arbeiten ab.
Die Kronen Astrum und Valdris haben fünf Preise ausgeschrieben, einen für jede Kunst. Den Ausgewählten wird nach dem vollständigen Abschluss ihrer Ausbildung eine Stellung am Hof auf Lebenszeit versprochen. Welche Arbeit sie dort erwartet, steht nicht am Brett. Doch schon die Aussicht verändert den Alltag. Besseres Werkzeug, zusätzliche Feuerzeit und eine brauchbare Beobachtung verschaffen Vorteile. Wissen lässt sich teilen, tauschen oder für sich behalten.
William will den Preis. In Leander Calveris begegnet ihm ein Rivale, der die Möglichkeiten seines Hauses offen nutzt und keinen Grund sieht, sich dafür zu entschuldigen. Konrad steht William als Freund zur Seite und arbeitet zugleich auf dasselbe Ziel hin. Je knapper Zeit und Material werden, desto schwerer fällt es William, Hilfe und Vorteil auseinanderzuhalten — besonders dann, wenn er selbst beides brauchen könnte.
Auch Bethany hofft auf einen Preis. In den Stunden, die ihnen zwischen Unterricht und Arbeit bleiben, suchen sie eine Nähe, für die keine Prüfung vorgesehen ist. Das nächste Praktikum kann sie wieder voneinander trennen. Was sie einander sagen, und was William verschweigt, lässt sich nicht mit einer guten Begründung erledigen.
Scire ut vendas erzählt von einem Ausbildungsjahr, in dem Ehrgeiz und Freundschaft aneinandergeraten. Von Menschen, die dieselben Regeln lernen und mit ungleichen Möglichkeiten antreten. Und von der Schwierigkeit, nach den eigenen Grundsätzen zu handeln, sobald sie etwas kosten.
„Wissen lässt sich teilen, tauschen oder für sich behalten.“