I · Reditus · De Verbis Retentis
Am Tor ließ man William warten, weil niemand wusste, wer ihn zurückerwartete.
Ein Wagen stand schräg in der Durchfahrt. Zwischen seinen Rädern lag ein zerrissener Sack, aus dem heller Staub auf die Steine geronnen war. Zwei Männer versuchten, das vordere Rad von einer abgesunkenen Platte zu heben. Die Wache hatte William zuerst auf die andere Seite gewiesen und dann zurückgerufen. Nun betrachtete sie den Schwertgurt, seinen beschädigten Ärmel und das Gesicht, als passten diese Dinge zu verschiedenen Besuchern.
„Bei Gregorius“, wiederholte William. „Ich habe hier mit ihm gearbeitet. Er wird nach mir gefragt haben.“
„Hier fragt jeder nach jemandem.“
Der Mann sagte es ohne Schärfe. Er hatte rote Augen und den Kragen offen. William sah hinter ihm den Hof, den er kannte, und erkannte zu wenig wieder. Ein Teil des Weges war gesperrt; wo gestern Leute auf eine Anweisung gewartet hatten, lagen jetzt zusammengerollte Decken. An der gegenüberliegenden Wand ging eine Frau auf und ab. Sie trug einen einzelnen Schuh in der Hand.
Die Wache rief einem Träger etwas zu. Der antwortete, ohne seinen Griff zu lösen, und zeigte mit dem Kopf nach links.
„In den unteren Räumen. Wenn er noch dort ist. Durch die kleine Tür, dann müsst Ihr fragen.“
William bedankte sich. Als er sich an dem Wagen vorbeischob, blieb seine Scheide am Holz hängen. Er musste zurücktreten, um sie freizubekommen. Für einen Augenblick war Caspian wieder vor ihm, wie er den verdrehten Riemen vom Kasten löste. William sah auf seine eigene Hand, auf die verschmutzte Binde, und zog das Schwert dichter an den Leib.
Die kleine Tür führte in einen Gang mit offenen Zimmern. In einem saßen Menschen auf dem Boden. In einem anderen lag ein Mann auf zwei zusammengeschobenen Tischen, und jemand hielt einen nassen Lappen unter seine Nase. William hörte Gregorius, bevor er ihn sah.
„Nicht an dem Ärmel. Lasst den Ärmel los. Ihr zieht seinen Arm mit.“
Der Arzt kniete neben einer niedrigen Lagerstatt. Sein Rücken war William zugewandt; an den Schultern hatte sich der Rock dunkel verfärbt. Eine Frau mit hochgebundenem Haar hielt die Ecke einer Decke, während ein junger Helfer ratlos auf seine Hände blickte.
William blieb an der Tür stehen.
Gregorius sah auf. Das erste Erkennen veränderte sein Gesicht so deutlich, dass William den Blick beinahe abwandte. Er hatte sich auf Fragen vorbereitet, auf Zorn, auf einen Befehl. Mit Erleichterung hatte er nicht gerechnet.
„Da seid Ihr.“
„Ja.“
„Kommt her. Nein, erst Wasser. Der Krug dort ist leer, und wir brauchen sauberes Tuch. Fragt draußen nach der Frau mit dem blauen Schurz. Sie hat vorhin welches gebracht.“
William nahm den Krug. Seine rechte Hand schloss sich zu fest um den Henkel; die Haut unter der Binde antwortete scharf. Er wechselte die Haltung, ohne etwas zu sagen, und ging hinaus.
Die Frau stand nicht mehr im Gang. Er fand sie im Nachbarzimmer, wo sie versuchte, zwei Männern zu erklären, dass die nassen Tücher nicht zu den trockenen gehörten. Als William seine Bitte vorbrachte, sah sie ihn an, griff nach einem Stapel und hielt wieder inne.
„Wie viel?“
Er begann, die Verletzung zu beschreiben.
„Tuch“, sagte sie. „Wie viel Tuch braucht er?“
William zeigte mit den Fingern. Sie gab ihm mehr, als er verlangt hatte.
„Das Wasser steht im Hof. Und bringt mir den Krug wieder, wenn Ihr einen anderen findet. Die verschwinden hier schneller als die Leute.“
Draußen hatte die Sonne den Schatten der Mauer verkürzt. William wartete hinter einem Mann, der langsam zwei Eimer füllte. Er wusste nicht, wann er zuletzt getrunken hatte. Der Durst war plötzlich so stark, dass er sich wunderte, wie lange er ohne ihn gegangen war. Er füllte den Krug, schöpfte sich mit der linken Hand Wasser an den Mund und verschüttete die Hälfte. Ein Tropfen lief ihm unter den Kragen. Er wischte ihn nicht fort.
Als er zurückkam, hatte Gregorius den jungen Helfer zum Festhalten der Lampe geschickt, obwohl es im Zimmer heller geworden war. William stellte den Krug ab, breitete das Tuch aus und wartete auf die nächste Bitte. Für eine Weile gab es nur die Arbeit. Er kannte Gregorius’ kurze Fragen, wusste, wann er etwas reichen sollte und wann er die Finger zurückzunehmen hatte. Der Mann auf dem Lager fluchte, dann bat er um Entschuldigung.
„Spart Euch das“, sagte Gregorius. „Sagt mir lieber, ob es dort zieht oder weiter oben.“
William hörte die Antwort. Er sah die Stelle an, auf die der Mann deutete. So konnte er noch bei einem Menschen bleiben: indem er dessen nächsten Satz verstand und tat, was er konnte. Als der Arzt endlich aufstand, war William erschöpfter als während des ganzen Rückwegs.
Gregorius wies auf den jungen Helfer.
„Bleibt bei ihm. Wenn er Euch sagt, dass etwas anders wird, holt Ihr mich. Ihr entscheidet nicht erst selbst, ob es wichtig genug ist.“
Dann nahm er William mit in den Gang.
Sie gingen an zwei offenen Türen vorbei bis zu einer Fensternische. Der Arzt lehnte sich mit der Hüfte an die Bank. William blieb stehen. Zwischen ihnen befand sich ein leerer Becher, den jemand dort vergessen hatte. Gregorius schob ihn beiseite, als störe ihn die Aussicht, dass William ihn noch als Aufgabe annehmen könnte.
„Ich habe Leute nach Euch gefragt.“
„Ich weiß.“
„Nein, das wisst Ihr nicht. Ihr wart fort. Ich wusste nicht, ob ich noch einmal jemanden losschicken musste, um Euch unter irgendeinem Dach hervorzuholen.“
Die Stimme war leise geblieben. Das machte den Vorwurf schwerer. William hatte sich vorgestellt, wie Gregorius den Verlust eines Verfolgten aufnehmen würde. Er hatte sich weniger genau vorgestellt, was es bedeutete, selbst nicht zurückzukommen.
„Es tut mir leid.“
Gregorius musterte ihn. „Habt Ihr noch etwas abbekommen?“
„Keine neue Verletzung.“
„Setzt Euch trotzdem.“
William setzte sich neben den Becher. Durch das Fenster sah er eine Mauerfläche, an der etwas Dunkles herabgelaufen war. Er konnte von hier aus den oberen Teil des Palastes nicht sehen. Die Erleichterung darüber hielt nur kurz an.
„Der Mann“, sagte Gregorius. „Im Saal. Ihr habt gesagt, Ihr kennt ihn.“
William hob den Kopf.
„Caspian de Varelli.“
Der Name war ausgesprochen. Für einen törichten Augenblick fühlte sich dieser wahre Satz wie der Anfang einer ehrlichen Aussage an.
„De Varelli“, wiederholte Gregorius. „Woher kennt Ihr ihn?“
„Von meinem früheren Aufenthalt in Eisenburg. Ich bin ihm damals begegnet. Wir haben miteinander gesprochen, auch über Thorne.“
„Ein Freund?“
William sah auf die Hände. Die Frage hätte vor dieser Nacht eine andere Antwort bekommen. Nun lag zu viel dazwischen: ein getöteter König, ein Bericht, den er nur teilweise überprüfen konnte, und die offene Hand, in die er den Schlüssel zurückgelegt hatte.
„Ein Mensch, dem ich etwas verdanke. Ich kannte ihn nicht so gut, wie ich glaubte.“
Gregorius schwieg kurz. Im Nachbarraum wurde nach einer Schüssel gerufen.
„Habt Ihr ihn eingeholt?“
„Ja.“
Das Wort kam leicht. Danach gab es nichts mehr, hinter dem er sich verstecken konnte.
„Und?“
William spürte, wie der Schmerz im Oberarm stärker wurde, weil er ihn gegen die Seite drückte. Er lockerte die Schulter. Gregorius wartete mit der Geduld eines Mannes, der glaubte, eine schwere Erinnerung werde gerade erst zum Sprechen gebracht.
„Er hatte eine Geisel. Ich habe zu spät gehandelt, und er konnte entkommen.“
Der Arzt sah ihn weiter an.
William hörte Stimmen aus dem Gang, das schleifende Geräusch einer Schüssel auf Stein. Er konnte den Satz zurücknehmen. Noch jetzt. Er hätte Gregorius sagen können, dass er mit Caspian gesprochen, ihn angehört und dann selbst gehen lassen hatte. Er hätte vom Schlüssel reden müssen. Von seinem Vater. Von Dingen, deren Verbindung er nicht bewiesen hatte, obwohl er um ihretwillen einen Verfolgten freigab.
Er tat es nicht.
„Unsinn“, sagte Gregorius. „Ihr habt getan, was Ihr konntet. Ich kenne Euch, Allaway.“
William hatte sich auf Misstrauen eingestellt. Er fand keinen Schutz gegen diesen Satz.
„Ihr wisst nicht, wie lange ich gezögert habe.“
„Ich weiß, dass Ihr nicht einfach zugestochen habt, während ein anderer Mensch zwischen Euch stand. Das genügt mir fürs Erste.“
Gregorius rieb sich über die Stirn. Eine Schramme am Haaransatz öffnete sich dabei wieder; er bemerkte sie erst, als er das Blut an seinem Finger sah. Er betrachtete es ärgerlich und wischte es mit einem Stück Tuch ab.
„Könnt Ihr sagen, wohin er ging?“
William sah zum Fenster.
„Ich kann Euch keinen gegenwärtigen Aufenthaltsort nennen.“
Die Antwort klang nach einer Grenze seiner Beobachtung. William wusste, wie sie gemeint war, und ließ Gregorius dennoch mit ihr weiterfragen.
„Dann gebt mir wenigstens eine Beschreibung, die mehr taugt als mein Blick in diesen Saal.“
William beschrieb Caspian. Er musste den Menschen, dessen Stimme noch in ihm war, in Größe, Haar, Gesicht und beschädigte Kleidung auflösen. Gregorius fragte einmal nach, William antwortete, und ein Helfer, der inzwischen an die Nische gekommen war, wiederholte den Namen, um ihn sich einzuprägen. Der Arzt schickte ihn weiter. Draußen würden Menschen nach Caspian suchen.
Als der Helfer fort war, wollte William aufstehen.
„Sitzen bleiben“, sagte Gregorius. „Die Hand.“
„Es ist nur—“
„Die Hand, William.“
Er legte sie offen auf sein Knie. Gregorius nahm den Rand der Binde zwischen zwei Finger und betrachtete den Schmutz. Ein Teil war festgetrocknet. Die Geduld, mit der er das Tuch löste, war dieselbe wie vorhin bei dem Fremden.
William hätte es leichter gefunden, wenn der Mann grob gewesen wäre.
„Ihr habt damit gearbeitet“, sagte Gregorius.
„Ich musste meinen Gurt schließen.“
„Und Türen öffnen, und irgendwo hinunterklettern, nehme ich an. Das wird ein paar Tage keine gute Hand sein.“
Er holte Wasser aus dem Zimmer. William wartete. Zum ersten Mal seit seiner Rückkehr war niemand in unmittelbarer Nähe, der eine Antwort von ihm wollte. Sein Körper begann zu zittern. Er presste die Füße gegen den Boden, doch das Zittern ging in den Oberschenkeln weiter.
Gregorius kam mit einer Schale zurück, sah es und stellte sie ab.
„Habt Ihr gegessen?“
William schüttelte den Kopf.
Der Arzt rief die Frau aus dem Zimmer. „Wenn noch Brot da ist, bringt ihm etwas. Und lasst ihn nicht behaupten, es könne warten.“
„Ich habe noch nichts behauptet“, sagte William.
„Dann erspart es uns beiden.“
Die Frau brachte ein Stück Brot, dessen Kruste an einer Seite angebrannt war. William hielt es in der linken Hand, während Gregorius die rechte versorgte. Er aß zunächst nur kleine Bissen. Beim dritten merkte er, dass er zu hastig kaute, und musste innehalten. Der Arzt sah nicht auf.
„Ich möchte zu meinem Vater“, sagte William.
Gregorius ließ das Tuch einen Augenblick ruhen.
„Ich weiß.“
„Zu dem Gang. Wenn es einen Zugang gibt—“
„Den Zugang, den wir genommen haben, könnt Ihr jetzt nicht benutzen.“
„Hat jemand nachgesehen?“
„Bis zum unteren Absatz. Weiter nicht. Über dem Durchgang liegt Holz, und die Männer wollten wissen, was darüber noch hält. Das konnte ihnen niemand sagen.“
William legte das Brot auf das Fensterbrett.
„Von der anderen Seite müsste man vielleicht—“
„Vielleicht. Ich kenne den Zustand auf der anderen Seite nicht.“
„Ihr kennt den Weg besser als die Männer.“
Gregorius sah ihn an. „Ich kenne einen Weg, wie er vor dem Einsturz war. Wenn ich jetzt jemanden hineinführe, muss ich mehr wissen als das.“
William wollte widersprechen. Vor ihm erschien die kleine Stelle an Samuels Seite, in die er die Hand gelegt hatte. Er wusste, wo sein Vater war. Das Wissen verlangte von ihm eine Bewegung, einen Versuch. Sitzen bleiben, Brot essen und die eigene Hand reinigen lassen war unerträglich.
„Er liegt dort allein.“
Der Satz kam kaum über seine Lippen.
Gregorius senkte den Blick auf die Schale. Er hatte einen Fleck an der Wange, wo das Tuch die Haut wund gerieben hatte. William erinnerte sich an das andere Blut auf diesem Gesicht und daran, wie der Arzt bei Samuel geblieben war, bis sich nichts mehr prüfen ließ.
„Ich werde nachfragen“, sagte Gregorius. „Sobald man dort arbeiten kann, soll jemand zu uns kommen. Aber ich verspreche Euch jetzt nicht, dass sie heute bis zu ihm gelangen. Oder dass der Gang noch so aussieht, wie Ihr ihn verlassen habt.“
William nickte nicht. Er saß da und wartete auf die freundlichere Fortsetzung, obwohl er wusste, dass keine kommen würde.
„Sagt mir, wenn Ihr etwas erfahrt.“
„Das werde ich.“
Gregorius verband die Hand neu. Danach ließ er William den Arm nur so weit bewegen, wie es ohne größere Mühe möglich war. Er fragte nach dem Schmerz, sah sich den beschädigten Ärmel an und verlangte Ruhe, als wäre Ruhe ein Gegenstand, den er ihm geben konnte.
„Ihr könnt hier helfen“, fügte er hinzu, als William aufstand. „Aber Ihr tragt heute keinen Menschen allein. Und wenn Euch schwindlig wird, setzt Ihr Euch hin. Ich will nicht noch ein Lager für Euch suchen müssen.“
William nahm das Brot wieder auf. „Ich werde darauf achten.“
„Tut es. Ich muss zurück.“
Er ging, und William blieb mit der frisch verbundenen Hand am Fenster stehen. Er hatte die Hilfe angenommen. Gregorius würde sich nach Samuel erkundigen, wie er es versprochen hatte. William hatte ihm dafür eine Geschichte gegeben, an deren anständiger Stelle er sich selbst hatte unterbringen können.
Aus dem Zimmer rief jemand seinen Namen.
Der Verletzte von vorhin sollte in einen anderen Raum gebracht werden, sobald dort eine Lagerstatt frei war. Es dauerte. William stand neben dem Tisch und versuchte zu verhindern, dass der Mann allein aufstehen wollte.
„Ich kann gehen“, sagte der Mann. „Wenn Ihr mich unter dem Arm nehmt, kann ich gehen.“
„Der Arzt möchte, dass wir warten.“
„Der Arzt liegt auch nicht hier.“
William rückte den Becher näher. Der Mann trank und verschluckte sich an der Eile. Ein Teil des Wassers lief ihm am Kinn hinunter. William reichte ihm ein Tuch.
„Meine Frau war draußen“, sagte er. „Habt Ihr sie gesehen?“
„Ich weiß nicht, wie sie aussieht.“
„Braunes Kleid. So ein graues Tuch hier.“ Er deutete auf die Schulter. „Sie ist kleiner als Ihr. Natürlich ist sie kleiner als Ihr. Das hilft Euch jetzt sehr.“
Er lachte einmal, verzog dabei das Gesicht und hielt inne.
„Wie heißt sie?“
Der Mann sagte den Namen so leise, dass William nachfragen musste. Dann beschrieb er, wo sie zuletzt gewartet hatte. William ließ den jungen Helfer nach ihr sehen. Es war eine kleine Suche, die er ehrlich beginnen konnte. Der Mann sah ihm nach, als nehme er mit dem Auftrag etwas von seiner Unruhe fort.
„Arbeitet Ihr schon lange für ihn?“
„Für Gregorius? Noch nicht lange.“
„Er ist schroff.“
„Manchmal.“
„Vorhin hat er mich angefahren, weil ich die Decke selbst wegziehen wollte. Ich dachte, er hat genug zu tun.“
William hätte erklären können, weshalb diese Bewegung ungünstig gewesen war. Der Mann hatte genug davon gehört.
„Ihr wolltet helfen.“
„Ja. Jetzt sitze ich hier und mache alles nur schwerer.“
William zog einen Schemel heran. „Soll ich das Fenster etwas öffnen?“
Der Mann blickte zu der hohen Öffnung. „Nur wenn es nicht gleich zieht.“
William ließ einen schmalen Spalt. Geräusche vom Hof kamen herein, ein Ruf, ein schleifendes Rad. Sie hörten eine Weile zu. Als der Helfer zurückkam, brachte er keine Ehefrau, aber die Nachricht, dass eine Frau nach einem Mann mit einer verletzten Seite gefragt habe und in den hinteren Hof geschickt worden sei.
„Sie wird fluchen“, sagte der Patient erleichtert. „Wenn sie wieder hierher muss, wird sie ganz fürchterlich fluchen.“
„Dann werden wir sie hören“, sagte William.
Der Mann grinste. Zum ersten Mal sah er nicht nur aus wie jemand, dessen Schmerz an einer Lagerstatt festgebunden war.
Sie mussten noch länger warten. William holte eine Decke aus dem Nebenraum und bat zwei Helfer, den Mann zu tragen. Er ging neben ihnen her, bis sie ihn am neuen Platz absetzen konnten. Er hielt den Becher, zog das Fenster dort wieder ein Stück auf und wartete, bis der Mann selbst sagte, es sei genug Luft. Schließlich kam eine Frau mit einem grauen Tuch, die den falschen Gang genommen hatte und deshalb zuerst William beschimpfte. Er ließ sie ausreden. Als sie den Mann sah, ging sie so rasch an ihm vorbei, dass ihr Rock gegen sein Knie schlug.
„Da liegst du also.“
Der Mann hob die Hand.
William trat zurück. Sie brauchten ihn nicht mehr für die nächste Minute. Von der Tür aus sah er, wie die Frau erst die Decke zurechtzog und dann ihre Hand darunter nach seiner suchte.
Im Gang begegnete ihm der Helfer, der Caspians Beschreibung aufgenommen hatte. Er fragte noch einmal nach dem Nachnamen.
„De Varelli“, sagte William.
Der junge Mann wiederholte ihn und ging weiter.
William sah ihm nach. Er hatte nichts beendet, indem er zurückgekehrt war. Wenn Caspian wieder vor ihm stünde, wenn einer dieser Leute ihn fände und seinen Namen riefe, würde die Entscheidung noch einmal von ihm verlangt werden. Er wusste nicht, was er dann tun würde. Nur die Geschichte von diesem Morgen ließ sich nicht mehr ungeschehen machen, indem er bei der nächsten Arbeit besonders sorgfältig war.
Gregorius rief aus dem Zimmer nach dem sauberen Tuch.
William ging es holen.