Gesamtband 19 · Scriptis Verbis 12
Scire ut aedificeris
Das letzte Akademiejahr
Von Eisenburg führt Williams Weg zurück in seine alte Heimat und schließlich an die Akademie. Die Reise gibt ihm Zeit für Erinnerungen an Menschen, die ihn geprägt haben. Bei seiner Ankunft ist er früh genug da, um die vertrauten Räume noch einmal anders wahrzunehmen. Bald kehren auch Bethany, Konrad, Loric und Seraphina zurück. Vor ihnen liegt ihr letztes gemeinsames Akademiejahr.
Für dieses Jahr gibt es keinen neuen Pflichtunterricht. Die Grundlagen sind gelegt; die Anwärter müssen entscheiden, woran sie arbeiten und wofür sie andere um Hilfe bitten. Wer einen Meistergrad erreichen will, braucht mehr als eine ausgezeichnete Prüfungsleistung. Eine eigene Arbeit muss entstehen und begründeter Gegenrede standhalten.
William will diesen Weg in allen fünf Künsten versuchen. Seine Fragen führen ihn zu Heilkundigen und Handwerkern, zu alten Schriften und neuen Versuchen. Im Austausch mit den Menschen, deren Alltag seine Ideen berühren, zeigt sich, was ein Entwurf leisten kann und wo er an ihren Bedürfnissen vorbeigeht. Auch eine sorgfältige Rechnung beantwortet nicht jede Frage. Auch eine kluge Erklärung kann dem Menschen fehlen, dem sie helfen sollte.
Seine Freunde verfolgen eigene Vorhaben. Bethany möchte verstehen, was Menschen nach einer Behandlung wieder selbst tun können. Konrad entwickelt Schutzmöglichkeiten für Kämpfende mit bleibenden Einschränkungen. Loric sucht belastbare Urteile, Seraphina einen Platz für ihre eigenen Gedanken. Ihre Arbeiten führen sie zusammen und auseinander. Erfolge und Niederlagen verändern, wie sie sich selbst sehen und was sie voneinander erwarten.
Zwischen diesen Vorhaben bleibt Raum für gemeinsame Abende, Streit, Witz und Nähe. William und Bethany müssen aussprechen, was sie sich vom Leben nach der Akademie erhoffen. Reisen und eine eigene Tätigkeit locken William. Bethany beschäftigt ebenso die Frage, wo eine Familie zu Hause sein könnte. Ihre Liebe ist gewachsen; nun soll aus ihr eine Zukunft werden, in der beide vorkommen.
Gespräche mit Valerius begleiten Williams Suche nach einem eigenen Weg. Zugleich reichen die Veränderungen der Herrschaft bis in die Freiheit hinein, Fragen zu stellen und Autoritäten zu widersprechen. Was die Akademie ihren Schülern ermöglicht hat, gewinnt gerade dort Gewicht, wo es nicht länger sicher erscheint.
Scire ut aedificeris führt die akademische Lehrzeit William Allaways an ihren Abschluss. Ein philosophischer Fantasyroman über Wissen als menschliche Aufgabe, über eigene Leistungen und gemeinsame Bindungen – und über das, was von einer Ausbildung im Leben wirksam wird.
„Ich möchte es versuchen. Nicht, weil ich glaube, dass jede meiner Fragen schon einen Beitrag trägt. Aber ich kann noch nicht sagen, welche ich aufgeben sollte, ohne sie ordentlich bearbeitet zu haben.“