Ein Anfang mit hundert Büchern
Mit siebzehn habe ich dieses Projekt begonnen. Damals plante ich eine Geschichte über hundert Bücher, obwohl ich selbst kaum glaubte, dass sich ein solches Vorhaben tatsächlich umsetzen ließe. Vieles konnte ich mir vorstellen. Zwischen der Vorstellung und einer geschriebenen, veröffentlichten Geschichte lag allerdings ein Weg, dessen Länge ich erst nach und nach begriffen habe.
Die hundert Bücher gehören zu diesem Anfang. Wie viele Bände die Reihe am Ende umfassen wird, wird sich beim Schreiben zeigen. Mein Ziel ist, die Geschichte vollständig aufzubauen und zu erzählen. Ich möchte ihren Figuren und Gedanken den Raum geben, den sie dafür brauchen.
Eine Sprache, die etwas verlangt
Mein Schreibstil wurde schon früh von manchen Menschen als schwierig oder anstrengend empfunden. Das nehme ich ernst. Ich bemühe mich, die Bücher zugänglich zu gestalten, Zusammenhänge verständlich zu erzählen und die Sprache immer wieder zu überarbeiten. Zugleich gehört ihr Anspruch zu dem, was ich mit ihnen erreichen möchte.
In ihrem Denken und zum Teil auch in ihrer Sprache orientieren sich die Bücher an älteren philosophischen Werken. Ein Gedanke darf sich entfalten, eine Frage darf offenbleiben und eine Stelle darf dazu einladen, sie ein zweites Mal zu lesen. Ich wünsche mir, dass die Geschichte den Leser fordert und ihm dabei etwas gibt, mit dem er selbst weiterdenken kann.
Warum die Geschichte ihre Zeit braucht
Im Mittelpunkt steht für mich, dass die Geschichte trägt: dass man ihre Figuren begleitet, ihre Entscheidungen versteht und erlebt, was aus ihnen wird. Die philosophischen Gedanken gehören zu diesem Leben. Sie sollen in der Geschichte eine Bedeutung haben, an Erfahrungen wachsen und durch das, was geschieht, auch fragwürdig werden können.
Diese Art des Erzählens braucht Zeit. Ich möchte Entwicklungen langsam genug erzählen, damit sie Gewicht bekommen und sich später im Zusammenhang zeigen können. Natürlich ließe sich vieles straffen und stärker auf rasche Ereignisse ausrichten. Für diese Reihe halte ich den ausführlicheren Weg für den richtigen.
Mir ist bewusst, dass diese Entscheidung manchen Lesegewohnheiten entgegenkommt und anderen weniger. Sie folgt meiner Vorstellung von der Geschichte. Ich hoffe, dass gerade die Geduld des Erzählens am Ende etwas ermöglicht, das sich auf einem kürzeren Weg verlieren würde.
Ein geplanter Verlauf, ein wachsender Weg
Die grundlegende Handlung habe ich von Anfang an geplant. Sie bleibt auch dann bestehen, wenn ich einen Band später sprachlich oder stilistisch neu angehe. Zugleich entstehen beim Schreiben neue Möglichkeiten, diesen Verlauf zu erzählen. Eine Figur kann mir wichtiger werden, als ich erwartet hatte. Eine Handlung, die in der Planung überzeugend wirkte, kann mich im geschriebenen Zusammenhang weniger überzeugen.
Solche Erfahrungen verändern die Ausgestaltung und manchmal auch den Umfang. Der Plan gibt der Geschichte ihre Richtung; beim Schreiben lerne ich genauer, wie sie sich erzählen lässt. Deshalb lässt sich ihre endgültige Länge heute ebenso wenig festschreiben wie jede Einzelheit ihres Weges.
Schreiben und weiterarbeiten
Ich möchte dieses Projekt immer weiter überarbeiten, bis die Bücher meiner Vorstellung möglichst nahekommen. Manche Bände enthalten Fehler, manche Stellen würde ich heute anders schreiben. Da ich die Reihe selbst entwickle, schreibe und überarbeite, sind meiner Arbeit auch Grenzen gesetzt. Ich kann eine so große Geschichte über viele Bände hinweg nicht jederzeit an jeder Stelle bis ins Letzte bearbeiten.
KI hilft mir dabei, besonders beim Überblick über die Zusammenhänge der Welt. Allein die gesammelten Informationen über Figuren, Vorgeschichte und Ereignisse haben inzwischen einen Umfang, der weit über einen gewöhnlichen Roman hinausgeht. Unterstützung beim Abgleichen und Ordnen ist dafür wertvoll. Das Ersinnen und Schreiben der Geschichte bleibt meine Aufgabe. Die zusätzliche Hilfe soll diesen Prozess unterstützen; meine Entscheidungen und meine Verantwortung für das Werk bleiben bei mir.
Überarbeitungen werden deshalb auch künftig zum Projekt gehören. Ich möchte das bereits Geschriebene verbessern und zugleich die Kraft behalten, die Geschichte weiterzuerzählen.
Die Geschichte tatsächlich erzählen
Früher habe ich Jahre an meinem ersten Buch gearbeitet und es am Ende nie veröffentlicht. Ich war immer noch unzufrieden. Mit jedem neuen Blick gab es etwas, das sich vielleicht besser machen ließe. Heute denke ich, dass es mehr wert ist, eine Geschichte zu erzählen und an ihr weiterzuarbeiten, als sie im Kopf so lange zu verbessern, bis sie niemals geschrieben wird.
Es wird immer Menschen geben, denen die Bücher zu schwierig erscheinen oder die mit ihnen wenig anfangen können. Damit muss ich leben können. Kritik kann helfen, genauer hinzusehen; sie kann mir die Entscheidung, diese Geschichte zu schreiben, nicht abnehmen.
Meine Hoffnung ist, dass sich diese Reise für ihre Leser lohnt. Vielleicht vor allem, weil sie das Leben der Figuren mitverfolgen möchten. Vielleicht auch, weil sie dabei Fragen begegnen, die sie über die letzte Seite hinaus beschäftigen.
Weitere Zugänge und ein gemeinsamer Blick
Die Rückblickfilme, philosophischen Gespräche und Begleittexte öffnen weitere Wege in diese Welt. Sie sollen die Inhalte auch Menschen zugänglich machen, die lieber zuhören, Bilder betrachten oder sich einem Gedanken im Gespräch nähern. Ich möchte diese Angebote verbessern und erweitern. Ihre Herstellung braucht allerdings viel Zeit und bringt erhebliche Kosten mit sich. Deshalb kann nicht alles sofort entstehen oder überarbeitet werden; auch in diesen Formaten können Fehler vorkommen.
Wer beim Lesen oder Anschauen etwas entdeckt, kann zur Weiterentwicklung beitragen. Ein genauer Hinweis auf einen Fehler, einen unklaren Zusammenhang oder eine widersprüchliche Stelle hilft mir, erneut hinzusehen. Auch eine andere Lesart kann mir etwas zeigen, das ich selbst übersehen habe.
So wächst das Projekt mit dem, was geschrieben wird, und mit den Menschen, die sich darauf einlassen. Ich möchte diese Geschichte zu Ende erzählen und auf diesem Weg aufmerksam bleiben für das, was sich verbessern lässt.
