Kalender & Feste
Das Jahr beginnt an Mittwinter, im Mond des Ersten Schreibers. Und ganz am Ende, kurz vor dem neuen Licht, lauert das Ungezählte.
Um den Kalender zu verstehen, muss man den Mythos kennen: Die gezählte Welt. Ordan, der Erste Schreiber, schuf die Welt, indem er die Dinge benannte und zählte — scriptis verbis, durch geschriebene Worte. Dagegen steht das Ungezählte: das Chaos vor dem Wort, verkörpert im „Ungeschriebenen", dem einzigen, den niemand verehrt.
Neben Ordan wachen Malga, die Wägerin des Rechts, Veska, die Letzte Wächterin der Toten, und Ignar, der Reine Brand. Nach ihnen heißen die Monde — und ihnen gehören die Feste. Datiert wird in der Neuen Zeitrechnung (NZ); daneben existiert die ältere Dritte Ära, was gelegentlich für Verwirrung sorgt: dieselbe Jahreszahl, eine andere Welt.
Das Jahr
Die zwölf Monde
Die Monde sind kirchlich geprägt und im Volk wenig gebräuchlich — gerechnet wird nach Jahreszeiten. Aber die Feste richten sich nach ihnen. Tippe auf einen Mond:
Die Feste
Die vier Hochfeste
Ordanstag · „Der Erste Bund“
Mittwinter · JahresbeginnSchöpfung durch das Wort und die gezählte Ordnung: Prozessionen, Verlesung des Bundes, Erneuerung der Eide.
Die Wägung · Malgastag
FrühlingDas Fest des Rechts: Gerichte tagen, Schulden werden beglichen — Malga wägt.
Der Reine Brand · Ignarstag
HochsommerDie läuternde Flamme: Freudenfeuer — und das öffentliche Verbrennen verbotener Schriften. Ein Fest, das bewusst zwiespältig bleibt.
Die Lange Wache · Veskanacht
HerbstGedenken der Toten: Vigil, Kerzen, Gräber — die Nacht, in der niemand allein wacht.
Die Ränder feiern eigene Tage: im Norden die Steven-Segnung der Langschiffe, im Osten die Stollenweihe zum Silberfest, im Süden die Sonnenwacht mit Fackeln gegen das Ungezählte — und im Westen das Marenfest, ein altes, un-sanktioniertes Seefest, gefeiert in Maranština.
Der Tag
Acht Abschnitte, sieben Tage
„Acht Abschnitte teilen den Tag, und jeder hat seinen heiligen Zweck.“
An der Akademie sind die Pfeiler des Tages unverrückbar: die Morgenglocke, die Waschung am Brunnen — begleitet von der Formel Novendi de Mortem: „Wir, die der Wahrheit dienen, gedenken der Sterblichkeit" —, die schweigende erste Mahlzeit, die Abendglocke und schließlich die Große Stille. Draußen im Reich gilt die vertraute Sieben-Tage-Woche mit Markttag; die Boten laufen in der Dienstag- und der Freitagnacht.
Die Geschichte
Zeittafel der Neuen Zeitrechnung
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Die Zeit des Altrhunischen
In den nördlichen Königreichen spricht man die Zungen, die heute zu den Novenario zählen.
Das Urteil des Kanzlers Meredith
Der Fall der Grenzländischen Händler begründet die Gleichheitsdoktrin — Grundstein der Handelsjurisprudenz.
Krieg der Silbernen Krone
24 Monate Krieg besiegeln die Abtretung der Silberminen von Valdris an Astrum.
Die Edikte Aldreds III.
Provisorische Edikte, die manche Gelehrte für die wahren Anfänge der Inquisition halten.
Gründung der Hohen Inquisition
Der Orden des goldenen Raben wird offiziell ins Leben gerufen.
Tod König Walden Nors · §275
Im Todesjahr des Königs wird §275 des Malgallischen Kodex etabliert — das wichtigste Ereignis der Ordensgeschichte.
Das Königreich Velthara
Heute erloschen — im Lehrstoff überlebt es nur auf einer Goldmünze.
Die Gegenwart
Regentschaft Nathanael Vivas'. Eisenbahn und Gaslicht verdrängen die alte Skriptorien-Welt — hier beginnen die Bücher.