Eine gemeinsame Zunge
Die ReichszungeSie trägt Gespräche ebenso wie Anordnungen, Briefe und gelehrte Texte. Ob jemand eine Sprache spricht, sagt noch nicht, welche ihrer Schriften er lesen kann.
Sprache verbindet Menschen — und kann sie voneinander ausschließen. Wer die alten Zungen liest, erreicht Wissen, das für andere hinter verschlossenen Türen liegt.
Die lebende Amts- und Verkehrssprache des Großkönigreichs heißt Reichszunge. Dalca zwingt sie allen Rändern auf: eine Welt, eine Sprache. Was wie Verwaltung aussieht, ist Politik — denn wer bestimmt, was gesprochen wird, bestimmt, was gedacht werden kann.
In Urkunden, Eiden, Gebeten und gelehrten Werken begegnet uns eine feierliche, oft alte Sprache. Dieselbe Welt, in der Menschen miteinander handeln und streiten, bewahrt ihre Worte auch in Formen, die nur wenige sicher verstehen.

Die Neun
Neun alte, tote oder fast erloschene Sprachen, deren Kenntnis selten geworden ist. William Allaway liest vier von ihnen. Was er in Sonnenberg gelernt hat, öffnet ihm später Archive — und ermöglicht Begegnungen, in denen Lesen weit mehr bedeutet als Wissen zu besitzen.
Ein numerisches Alphabet: Zahlen stehen für Lettern. Die alte Sprache der nördlichen Königreiche begegnet William auch als Bestandteil einer verschachtelten Geheimschrift.
Eine der Sprachen, die William in Sonnenberg gelernt hat. In Arte Wosa liest er die Schriftrolle des ersten Bandes; später begegnet ihm die Sprache wieder in einem alten Traktat.
Die Sprache alter Tempelpriester kann Botschaften ineinanderlegen. In der Geheimschrift von Initio trägt sie zur Verschachtelung mehrerer Ebenen bei.
Die heilige Schrift einer untergegangenen Wüstenkultur bindet Bedeutungen an geometrische Zeichen. William braucht diese besondere Art zu lesen, um einen Code zu verstehen.
In Williams Büchern gilt Marithon als tote Sprache des Südens. Im Westen findet er Menschen, zu deren eigener Geschichte die Schrift gehört — und die sie nicht mehr lesen können.
Stimmen des Alltags
Sie trägt Gespräche ebenso wie Anordnungen, Briefe und gelehrte Texte. Ob jemand eine Sprache spricht, sagt noch nicht, welche ihrer Schriften er lesen kann.
„zdrà“ — hallo. „forèn“ — Fremder. In Portovica hört William Wendungen, deren Klang ihm zunächst fremd ist. Mit den Worten lernt er auch die Menschen kennen, die sie gebrauchen.
Vidano erkennt den Namen Marithon anders als William: als den Namen der alten eigenen Sprache. Lesen wird zu einer gemeinsamen Arbeit an Erinnerung und Herkunft.
Die Kenntnis einer alten Sprache macht William nicht mit jedem Menschen vertraut, der ihre Geschichte teilt. Manchmal versteht er die Schrift schneller als die Bedeutung, die sie für sein Gegenüber besitzt.
Aus den Büchern
Das Dokument, dessen Übersetzung Williams Weg in Gang setzt: „Das ist der Anfang. Das ist der Weg …“
Altrhunische Zahlen, qadarische Modifikatoren, thekassische Verschachtelung — eine Chiffre, die nur lesen kann, wer drei tote Sprachen beherrscht.
Das zentrale Rechtsbuch der Inquisition, benannt nach Malga, der Wägerin. Wer ihn zitieren kann, führt eine Waffe.
Lesen & Verstehen
In Sonnenberg lernt William, alte Schrift zu lesen. An der Akademie wird derselbe Wissensvorsprung geprüft, beschränkt und für neue Aufgaben gebraucht. Bei den Kamenesi stellt er sich anders dar: Ein Fremder kann Worte lesen, die den Menschen gehören, die vor ihm sitzen. Was er damit tut, ist eine Entscheidung.
In Carisophia sucht William die Hilfe des Gelehrten Albricius Weren. Mathematica Linguae Humanae Natura führt diese Arbeit weiter: Mathematik und Sprache müssen zusammenfinden, während jede Übertragung neue Fragen aufwirft. Wie die Figuren lesen, prüfen und deuten, erschließt sich im Begleiter des jeweiligen Bands.